zaghaftes Nahen

zum heutigen Tag der Vergebung ()

Du kannst es weiter mit dir rumschleppen,

den Ärger, die Enttäuschung, den Hass und die Wut.

Doch wird das dein Leben nicht aufpeppen.

Nicht das Nachtragen, sondern Vergebung macht vieles gut.

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Doch wie kann das nur geschehen?

Erst einmal hilft, den Schmerz anzusehen.

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zaghaftes Nahen

Verlorenes und Verletzungen zu beweinen

könnte kraftraubend scheinen.

Doch diesen Schmerz zu betrauern

ist nötig, damit die inneren Mauern

nicht zu gewaltig werden, eher dahinsterben.

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Durch zaghaftes Nahen

kann man Gebrochenes beherbergen,

weil sich dann viele Bruchstücke und Scherben

durch der Sonne tiefe Wärme bunt färben.

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So kann Unglaubliches geschehen.

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In den liebenden Strahlen kann

mit des Schöpfers Kraft einiges heilen.

Doch Trauer wird nicht eilen.

Sie braucht im Verweilen deine Zeit.

Bist du für diese Metamorphose bereit?

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Die Trauer ist kein Feind, sondern dein Freund.

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Trauer ist ein Flehen, weil Gott barmherzig ist. Wenn Er dir verzeiht, kannst du du lernen zu verzeihen. Selbst wenn der andere es nicht hören will, ist deine Last in die Tiefen des Meeres geworfen und Gott wird sie nicht mehr hervorkramen. Das tun wir meist selbst, aber sinnvoll ist das nicht.

In diesem Sinne: wer braucht deine Vergebung?

Beschämung

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Beschämung bleibt Beschämung, ob moralisch oder sozial

Du verarbeitest, wurdest enttarnt,

ringst mit dir mitten im Wald,

der dir eine heilsame Weite bahnt.

Schmerzverzerrt schreist du: Halt!

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Wieso sinke ich im Moder ein,

welche raue Hand greift nach mir?

Du gerätst tiefer und tiefer hinein,

und keine Hilfe findet sich hier.

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Es raubt dir deine feinen Sinne,

du stöhnst und ringst um Luft.

Möchtest nur weg, all dem entrinnen,

doch du steckst wie in einer Gruft,

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aus Beschämung und Erniedrigung,

weil ein Anderer unreflektiert

den eigenen Anteil in einer Art Lähmung

nicht sehen kann, was sehr irritiert.

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Denn du siehst deinen Anteil klar

und kannst nur um Vergebung bitten.

Dir wäre lieber, das wäre alles nicht wahr,

wie kannst du dir je wieder selbst zunicken?

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Doch es ist geschehen und nicht änderbar.

Sind deine Gründe so schwer zu verstehen?

Du hast gelitten, warst ehrlich und ein Narr,

reicht es dem anderen nicht, dich so zu sehen?

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Musst du versinken, in den Boden getreten,

bis du im Matsch liegst und nichts mehr geht?

Es würde reichen, der Andere wäre diskret,

weil deine Schuld hoch genug vor dir steht.

Vergebung

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Es gab eine Zeit in meinem Leben, da litt ich sehr unter meiner Schuld. Wie sollte ich mir jemals selbst vergeben? Doch die Frage ist eine andere: bin ich bereit, Gottes Vergebung anzunehmen?

 

Vergebung ist wie Wiederbelebung –

nur nicht im medizinischen Sinne und irgendwie besser.

Dein Leben wieder auf 0 stellen können:

nach dem Verrennen endlich einen Weg erkennen,

alte Lasten ganz verbrennen,

anerkennen, dass allein der Wiedergutmachungsversuch nicht reicht und

alte Fesseln ein für allemal zertrennen,

benennen, was dich zurück zieht und von vorne beginnen,

durch Bekennen deiner Schuld

vor einem Gott voller Gnade und Geduld.

 

Denn an ihm allein werden wir schuldig,

weil wir seine guten Gaben nicht bewahren,

unseren Mitmenschen Leid nicht ersparen,

uns durch unseren Stolz immer wieder verfahren durch spürbare Lieblosigkeit,

weil wir unseren Alltag oft ohne ihn weiterführen

und seine unverzichtbaren Gedanken ignorieren.

 

Doch nicht du selbst kannst dir vergeben,

sondern nur Gott kann dich durch seine Vergebung neu beleben.

Denn er hat bezahlt und sein wertvolles Blut gegeben,

um dich zu befreien und in dir etwas zu bewegen,

indem er deine Schuld vom höchsten Berg wirft,

niemals wieder danach schürft

und dich dabei nicht verwirft.

Er befreit dich zu einem neuen Leben,

indem er dich befähigt, anderen zu vergeben.

Danach lohnt es sich zu streben und den eigenen Stolz zu begraben,

denn der hatte viel zu lange das Sagen.

 

Will aber alte Schuld immer wieder an uns nagen,

dürfen wir es wagen, die Vergangenheit davonzujagen

und den gütigen Gott befragen,

der uns an seine Vergebung erinnert –

auch wenn ein Anderer uns anklagt –

Gott wird uns tragen.

 

Denn er sagt: Wem ich vergebe, dem ist die Schuld vergeben.

Alles andere sind Lügen,

die uns betrüben wollen und weichen sollen, in Jesu Namen.

Er hat Erbarmen mit den friedsamen Menschen,

wenn wir also wahrnehmen, dass wir schuldig sind,

können wir heilsam und aufatmend erleben,

wie wundervoll Gott handelt

und uns immer mehr zu ihm hin verwandelt.

Denn Vergebung ist Gottes Angebot der Befreiung und Neubelebung.

08/2018