perlende Tränenstrahlen

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Viele Menschen hören auch gern Gedichte und mir macht es Spaß, sie zu lesen. Deshalb gibt es jetzt immer mal Videos  auf Youtube.

Die Gedanken zu diesem Gedicht sind entstanden, als ich in der Sonne weinen mußte und mich fragte, warum wir Menschen immer heimlich in dunklen Ecken weinen. Es ist doch etwas zutiefst menschliches. Wenn du in der Sonne weinst, kann Gott mit seinen wärmenden Strahlen aus deinen Tränen ein funkelndes Perlenmeer zaubern und du entdeckst, dass es noch so viel Leben neben dem Leid gibt. Hör mal rein:

Auseinandersetzung mit der Nichtexistenz

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Gehörst du zu denen,

die sich danach sehnen,

die eigenen Bedürfnisse zu spüren

und nicht das Leben eines Anderen zu führen?

 

Der Blick auf die Wurzeln ist entscheidend,

sonst bleibst du weiter leidend.

 

Durftest du als Kind eigene Bedürfnisse haben

Oder wurde jeder Wunsch begraben,

weil du funktionieren musstest

und deine Umgebung es nicht besser wusste?

 

Oder wurdest du nur für Leistungen gelobt,

viel dir selbst überlassen und bei Fehlern wurde getobt,

das Fühlen gar verboten,

zum besseren Einhalten der Familienquote?

 

Jetzt bist du erwachsen

und es ist Zeit, sich damit zu befassen.

Sonst gibst du all die Muster weiter,

das wär echt nicht so heiter.

 

Es beginnt damit,

alles in dir zuzulassen

und dich für nichts zu hassen.

Sei mal ein bisschen allein

und spür in dich hinein.

 

Es geht um dein Dasein, nicht um dein Tun.

Du kannst entspannen und das aushalten.

Schlüpf mal in diese neuen Schuhe.

Dann öffnet sich in dir eine Truhe mit Schätzen.

 

Das wird deinen Kummer ersetzen.

Mit neuem Blick gehst du durch die Welt,

nicht mehr gequält,

sondern vom inneren Licht deiner Existenz erhellt.

 

Atmest du bewusst?

Spürst du deinen Körper?

Gönnst du dir Pausen?

Erforschst du deine Gedanken?

Funktioniere nicht nur,

mache Erfahrungen mit dir, dann existierst du.

Dies ist ein weiterer Schritt zur Selbstannahme.

03/2020

verzwicktes Unterbewusstsein – Persönlichkeitstypen

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Der Ordnungstyp liebt die Struktur,

Korrektheit, Tradition, Sauberkeit pur.

Die Ordnung muss für dich schon sein,

dein Haus glänzt wirklich immer so fein.

Doch führt das oft zu Zwängen –

wer will schon unter Prinzipienreitern hängen?

Steh doch mal mutig zur Lücke und zum Fehler,

überlasse die Kontrolle dem Wähler,

der sich auf dich einläßt,

dann wird deine Treue

und Verbindlichkeit zu einem Fest.

 

Der Beziehungstyp hat immer für Menschen Zeit,

ist einfühlsam, anpassungsfähig und hilfsbereit.

Und er fühlt ohne Ende,

doch das allein bringt nicht die Wende.

Opferbereitschaft fällt ihm nicht schwer,

verantwortlich und bindungsfreudig ist er sehr,

doch sucht er in all dem Bestätigung,

wenn die ausbleibt, hilft nur Verdrängung

und aus lauter Grübeln und Lebensangst

wird er noch mehr tun,

nicht selten verfängt er sich in Sucht und Abhängigkeitsschuhen.

Denn er möchte gebraucht werden,

doch dieses Klammern bewirkt oftmals ein Beziehungs- „Sterben“ .

Sucht er jedoch in Gott seinen Halt

bekommen auch seine Beziehungen mehr Gestalt.

 

Der Distanztyp braucht nur sich allein,

diese Ruhe und dieser Frieden kann so schön sein.

Und diese Freiheit, in der man viel schafft,

gibt dir Kraft. Du bist so exakt, sachlich

und grenzt dich gut ab

und manchmal läßt du dich dazu herab,

mit Menschen in Kontakt zu gehen.

Dann darfst du sehen, dass Gefühle schön sind

und ein Anderer freut sich wie ein Kind,

wenn du mal Freundlichkeit zeigst

und es zuläßt, geliebt zu werden,

um das gegenseitige Schenken hier auf Erden zu kultivieren.

Motiviere dich,

deine Angst vor Verletzung abzulegen,

um durch die Abschätzung der Bindungsmöglichkeit

die eigene Einsamkeit zu umgehen.

Sachlichkeit ist nicht verkehrt,

doch Gefühle sind auch begehrt.

 

Der Darstellungstyp steht gern im Mittelpunkt,

beim Lebenskünstler funkt die Abwechslung und Begeisterung.

Er bringt Schwung ins Leben anderer,

wandert unbeständig und verdrängt so gern,

die Freiheit ist ihm gar nicht fern.

Doch durch Verdrängung zwängt er sich selbst in eine Kiste

und streicht Entwicklung von seiner Liste.

Er möchte bewundert werden,

doch darf er sich ab und zu erden

und seine Motivation überdenken

um sich dann gebend den Anderen zu schenken.

Denn er ist ein Künstler und kann wunderbar lenken

und vielem Ausdruck geben,

um seine Umwelt zu beleben.

Aufgrund der Suche nach Anerkennung

ist er ein Arbeitstier, schier immer in Bewegung,

doch er darf lernen,

sich zu entspannen und anfangen,

den Augenblick zu genießen,

indem er den Antreiber in sich erschießt

oder ruhigstellt – im Aushalten des Alleinsein mit sich selbst.

Dazu benötigt er Stille und Tiefe,

um die Schieflage abzuwenden

und sein Leben nicht im Egoismus zu verschwenden.

 

Und du-

wo siehst du dich so?

Das Thema ist nur angerissen,

suche doch nach diesem Wissen,

stillt sicher so manche Frage

und ist hilfreich im Beziehungsalltag.

02/2020

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Entscheidung – eine Preis-Gewinn-Frage

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Jede Entscheidung basiert auf der Preis-Gewinn-Frage,

deshalb ist es nicht sinnvoll,

sie zu vermeiden oder zu klagen.

Stattdessen kann man sich fragen:

Wenn ich so und so entscheide,

werde ich dann weiter leiden

oder vielleicht scheitern?

Welche Angst hindert mich am losziehen?

Hat es Sinn, weiter zu kämpfen

oder wird das den Schmerz auch nicht dämpfen?

Was ist mein Gewinn?

Wie hoch ist der Preis, den man zahlt,

denn auch wenn man mit seiner festgefahrenen Standfestigkeit prahlt,

jede Entscheidung wird uns etwas kosten:

die eigene Kraft oder Lebhaftigkeit,

unsere Zeit oder Unabhängigkeit

die Selbstbestimmung oder mangelnde Kosteneindämmung.

Wie groß sind die Ressourcen?

Gibt es eine Chance auf den

Schwung einer Verbesserung ohne Veränderung?

Hast du schon Mut für den Sprung in das Unbekannte?

Genug abgewogen.

Durch die Entscheidungsfindung spannst du den Bogen.

Der Schuss ist losgeflogen

und findet sein Ziel.

Lernerfahrung und Handlungskompetenz vorhanden,

Mutprobe bestanden,

und Prinzip verstanden.

Jede Entscheidung basiert auf der Preis-Gewinn-Frage.

01/2020

grenzenweiter Einlass

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Sie können uns zu uns hinführen, die Grenztüren unseres Innenraumes.

Alles beginnt mit der Muttertür

(im besten Fall,

sonst eben nach dem Aufprall):

Immer geöffnet spüren wir

das Wohlwollen hier

und lernen,

uns vorwärts zu bewegen.

Im mutigen Entdecken

können wir uns jederzeit

zurückbegeben.

Im Erwachsenwerden

und im Erleben Anderer

sehen wir uns zwischen Eingängen wandern.

Dann lernen wir,

unser Portal zu schliessen,

damit wir grenzbewusst das Öffnen

wieder geniessen.

Denn es braucht diesen Schutzraum in dir,

um dein Gespür zu entdecken

und dich selbst nicht zu verlieren.

Dann akzeptieren wir auch beim Nächsten

die geschlossene Tür,

die nicht zum Kontaktabbruch führt,

sondern nur Raum gibt,

damit das grenzenweite Gleichgewicht nicht kippt.

So stossen wir im Grenzflur

auch auf halbgeöffnete Türen,

um zu erspüren, ob grenzfarbiges Vertrauen wächst.

Es kleckst bei jedem neuen Versuch der Interaktion

in unser Leben,

damit wir Raum für

die grenzveränderten Erfahrungen geben

und Wert auf das eigene Verhalten legen,

um grenzbepfadet unsere Umgebung zu prägen.

Deshalb ist heute mein Eingang mal zu,

ich brauche des Grenzsaumes Ruh,

morgen bin ich wieder da,

gern offen für deinen Kommentar.

So gesehen

ist es gar nicht hilfreich,

wenn dir alle Türen offenstehen.

Nur im grenzschützenden Schliessen

kannst du die Weite deines eigenen Raumes geniessen.

Weil Sie uns zu uns hinführen, die Grenztüren unseres Innenraumes.

02/2020

Fallen

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Im Fallen frage ich mich,

ob es noch weiter hinunter gehen kann?

Wann kommt denn nun der Aufschlag?

Hier ist so viel Verrat,

gepaart mit unsagbar einengender Kontrolle,

Starre und Engstirnigkeit,

es fehlt der freie Raum zur Entfaltung.

Alles erkaltet,

mein Inneres ist voll von aufgestauter Wut und Trauer

und ich falle weiter,

entgleite durch missbrauchtes Vertrauen,

böse Worte ohne anzuschauen

was sie im Gegenüber anrichten,

vernichtend,

 was mir wichtig war,

wurde mir zum wiederholten Male genommen,

zerronnen sind all die schönen Momente,

und mein krampfhafter Versuch,

sie in guter Erinnerung festzuhalten

 ist nur noch ein einziger Klageruf.

Einen kurzen Moment lang

sorgten die Drogen der Leichtigkeit für Behagen,

dann bin ich je auf dem Boden der Tatsachen aufgeschlagen.

Wollte ich schon wieder zu viel?

Habe ich ambivalente Worte fehlinterpretiert?

Eine scheinbar sichtbare Schieflage

nicht wahrhaben wollen?

Ich habe verstohlen nach Luft gerungen,

vergeblich Deckung gesucht

dann doch wieder mich selbst bezwungen,

nur: den Schmerz ignorieren,

wird die Wut nicht dezimieren

und mein Fallen nicht aufhalten.

Wie soll ich an diesen Erfahrungen nicht erkalten

und je wieder vertrauen?

Ich will aufstehen,

doch etwas aufzubauen erfordert Halt,

mir ist kalt,

keine Wärme seit Jahren

und ich suche dennoch danach,

es ist unfassbar verfahren und nicht greifbar.

Ich starre an die Wand

will nicht mehr funktionieren oder reagieren,

will aussteigen

aus dem Alltagsreigen,

mich verweigern und einfach nicht mehr zeigen,

was ich könnte,

weil es die anderen erwarten.

Wenn sich der Schmerz dann taub anfühlt,

und die Finsternis mich innerlich aufwühlt,

möchte ich im Fallen erstarren

und in 1000 Stücke zerbersten,

um erst wieder zu erwachen

wenn Puzzleteil für Puzzleteil neu zusammengesetzt ist.

 

Denn es gibt den Einen,

der die Dunkelheit, die mich verschlucken will,

plötzlich erhellt,

die völlig demolierten Bruchstücke aussortiert

und mich auf weiten Raum stellt,

denn er setzt mich neu zusammen, wie es ihm gefällt.

Und im Licht dessen,

der das große Ganze sieht,

und mir vergibt,

stehe ich wieder auf.

Denn ich kann seine Zuwendung erleben,

wenn oft auch auf Umwegen mit Hindernissen  –

so düster diese auch sein mögen.

 

Erst dadurch lerne ich,

mein Vertrauen im Fallen an ihn zu verschwenden

und von ihm zu erwarten,

die Ärgernisse zu seiner Zeit zu beenden.

Und irgendwann wird endlich mein Fallen verhallen

und seine Ewigkeit wird mir in den Schoss fallen.

01/2019

Dieses Fallen war sehr schmerzhaft, aber genau dort konnte ich erkennen, dass nichts auf dieser Welt so trägt wie er. Und seit er mich aus dem Staub geholt hat,  hänge ich an ihm und er hat mein Leben so gut gemacht. Er ist es, der Träume erfüllt und uns erhebt – zu seiner Zeit – weil er das grosse Ganze im Blick hat – er hat uns geschaffen, um ihm zu dienen. Und das eigene Wesen auszuleben, bedeutet eine enorme Freiheit. Aber vielleicht versteht das nur, wer wirklich mal am Ende war. Solange wir selbst genug Kraft haben, verlassen wir uns auf uns selbst und legen nicht so einen Wert auf die Beziehung zu unserem Schöpfer. Ich mache dir Mut, dich in seine Arme fallen zu lassen.

Alleinsein

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 Alleinsein

 Ich wünsche dir, dass du dich dem Alleinsein stellst,

nicht davor wegrennst oder dem Wunsch verfällst,

es wegzuschieben,

indem du arbeitest oder immer wieder ausgehst nach Belieben.

Vermeide es nicht, auch wenn du darunter leidest,

sondern sorge dafür,

dass es in deinem Leben einen Stellenwert erhält.

Denn du wirst nur frei,

wenn in dir nichts schwelt

und du dich dem stellst,

was in dir ist,

ob Kummer, aufbrechende Defizite,

verpasste Gelegenheiten oder neue Schwierigkeiten.

Du hast einen Wert, den gilt es zu entdecken,

alles Verstecken vor der Realität hilft nicht.

Da ist so viel in dir,

was noch keinen Raum bekam, um sich auszuprobieren

und zu reifen,

dabei faszinierst du vielleicht schon Menschen und

kannst es selbst nicht begreifen.

Deshalb gehe kleine Schritte vorwärts,

ob mit Mut oder unter Tränen,

hauptsache, du bist auf dem Weg.

Lasse dich nicht lähmen von der Vergangenheit.

Sie hat gezeigt,

wie vieles in dir schweigt

und angepaßt war,

um des Friedens willen oder gar

um den Anderen nicht zu verletzen.

Doch stattdessen gingst du verloren

und das Wiederfinden braucht Zeit,

darum ist es gescheit,

dich nun einfach an dir allein zu erfreuen.

Das wirst du nicht bereuen und mit neuer Gelassenheit

Kannst du für Menschen eine Bereicherung sein,

weil du gelernt hast, mit dir selbst klarzukommen.

Denn im besten Fall bedeutet Alleinsein

nicht das Versinken in Einsamkeit,

sondern bereit zu sein, dich mit dem Einen auseinanderzusetzen,

der dich schuf.

Du bist wie ein gutes Buch,

voll spannender lebendiger Seiten, die noch keiner las,

aber mit Vorfreude erwartet werden.

Doch für den Verfasser bist du durchsichtig wie Glas.

Er liebt dich über die Maßen und ihm macht es Spaß,

wenn du dich auf die Suche machst und

neue Seiten in dir entdeckst.

Er weckt in dir Sehnsucht nach mehr-

Mehr von deinem Schöpfer erfahren

und in dein Leben integrieren –

du brauchst keine Prüfungen absolvieren,

um vor ihm zu bestehen und gesehen zu werden,

sondern darfst dich zu ihm hin entfalten,

viele Schätze in dir entdecken

und mit ihm das Leben gestalten.

Und keiner kann dich mehr aufhalten,

es gibt keine Gewalten, die stärker wären als er.

Lebe,

öffne dich,

ihm zur Freude und zu seiner Ehre,

durchquere den Dschungel der Suche nach dir

denn allein bei ihm ist die offene Tür

die zum Verständnis deines innersten Wesens führt.

09/2018

Bedürftigkeit

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Bedürftigkeit

 Wir wollen stark sein und schnell.

Uns soll alles gelingen, es ist wie ein Duell,

in dem wir natürlich gewinnen wollen

und uns bitte nicht aufregen sollen,

wenn sich in uns Müdigkeit oder Schwäche regt

und nicht nur Leichtigkeit durch unser Leben fegt.

Wir versuchen um jeden Preis zu vermeiden,

dass wir an unsere Grenzen kommen und entscheiden,

weiterzukämpfen und zu hetzen,

anstatt uns einen Moment Ruhe zu gönnen,

uns zu setzen und durchzuatmen.

Da entdecken wir ein Gefühl, ich möchte es Bedürftigkeit nennen.

Es fühlt sich nicht gut an und ist vor allem daran zu erkennen,

dass wir unsere vergrabenen Sehnsüchte entdecken

und unsere Schwäche und Unzulänglichkeit, die wir gern verstecken.

Wir sehen es als einen Mangel, bedürftig zu sein

und haben oft Mitleid mit Anderen, bei denen es so scheint,

als ob sie dringend etwas brauchen, wo wir doch darüberstehen.

Dass es uns ähnlich geht, wollen wir uns nicht eingestehen.

Wenn wir innerlich in den Spiegel schauen und sehen,

wo unsere Grenzen liegen,

versuchen wir ganz schnell, uns zu verbiegen,

doch auch dann wird es neue Herausforderungen geben,

die wir nicht sofort wie einen Schatz heben.

Wir könnten lernen, diese Spannung auszuhalten,

ohne dass wir verbittern und unsere Herzen daran erkalten.

Denn nur inmitten unserer eigenen Bedürftigkeit

entdecken wir ein Kleinod,

dies zu finden tut uns Menschen not.

Denn wir nehmen uns anders wahr, sind eben mal nicht unschlagbar.

Allein dieser Zustand reicht aus, um zu begreifen,

Gott möchte unseren Charakter schleifen.

Wie lange schon haben wir uns in Kämpfen aufgerieben,

weil unsere Kraft und Möglichkeiten Begrenzungen unterliegen?

Wir begreifen mit unserem Herz, was es bedeutet, geliebt zu sein

ohne etwas zu tun und ohne den ganzen äußeren Schein.

Wir erfahren auf einmal Gehaltensein und Getragen werden,

Wertschätzung und Annahme in einem Haufen von Scherben.

Auf einmal haben wir nicht mehr das Gefühl, Bettler zu sein,

sondern entdecken Gottes Größe und erfreuen uns

an diesem kleinen Keim,

der wächst und stark wird und sich auf den besinnt,

der uns schuf und sagte:

Geliebtes Kind,

all dein Kämpfen und gewinnen wollen ist unnötig

und wird zerstreut vom Wind.

Was du brauchst, ist Zeit und einen Platz nahe am Vaterherz,

denn dort verschwindet all der Schmerz,

der sich anhäufte und dich zu immer neuen Kämpfen animierte,

was dazu führte, dass sich dein Verlust summierte.

Was dann passierte glich dem Zustand eines Hamsters im Laufrad:

Nicht ruhn, mehr tun – schneller sein, besserer Schein –

den Anschein wahren – Leben im Muster der Vorfahren –

unendlich müde werden – nur noch 1 Wunsch – sich verbergen.

Wir begreifen auf einmal: wir brauchen mehr als das.

Dieses Hamsterrad braucht einen Ausweg – irgendwas.

Kommst du dann zu Gott Vater, der dich kennt und wieder herstellt,

weil er dich mit offenen Armen empfängt

und dein müdes Herz mit seiner Freude erhellt,

dann beginnst du zu verstehen, wie er ist und was ihm vertrauen heißt

und dass diese Verbindung wirklich niemand zerreißt.

Denn mitten im Fallen werden wir aufgefangen von Jesus,

der in den Tod fiel.

Wir werden durchgetragen von Gottes Geist

mit viel Verständnis und Gefühl.

Gestärkt laufen wir weiter auf dem Weg,

doch jetzt an Gottes Hand in Richtung Ziel.

.Das ist viel mehr als wir begreifen

und wir sollten uns nicht darauf versteifen,

Gott in unserem Leben in allen Punkten zu verstehen,

doch wir können immer neue Seiten an ihm erspähen.

Und Gott wird im Vorwärtsgehen unsere Kraft sein im Leben,

nicht mit unserem gewinnsuchenden Streben,

sondern mit Blick auf den Anderen, der zählt,

weil in uns nichts schwelt und uns selbst nichts mehr fehlt.

In all unserer Bedürftigkeit haben wir jedoch nicht

unser Ziel verfehlt,

denn sie führte zu der Erkenntnis:

wir werden geliebt und wurden von ihm auserwählt.

Es war also kein Mangel, dies zu erkennen,

denn es führte uns dahin, nicht mehr alles alleine zu stemmen.

Getragen von seiner Güte möchte ich nun durchs Leben gehen,

seine Sichtweise immer mehr verstehen,

seine Wunder in meinem Alltag zulassen und nicht übersehen.

Denn er hat unzählige gute Ideen

und wie kleine Samen wird er sie in unser Leben sähen.

05/2018

berührende Geschichten

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So viele unglaublich

berührende Geschichten,

versteckt,

in den Ecken

von Menschenherzen,

die sich nicht trauen,

preiszugeben und anzuschauen,

was das Leben für Wunden schlug

und mit wieviel Ausdauer man es ertrug.

Doch

wie schmerzhaft und schwer

deine Geschichte auch wär:

Erzähl sie,

flieh nicht vor ihr.

Denn im Hier und Jetzt

kann Gott jede Geschichte wenden,

dir seine Barmherzigkeit

und Weisheit senden,

wohlwollend deinen Weg in seine Hände nehmen

und nach dem Auffangen der Tränen

Heilung strömen

und Gutes aus alldem erwachsen lassen.

Auf lange Sicht

ist es sein Licht,

in dem sich unser Dasein im bunten Farbspiel bricht.

Dies gibt unserer Geschichte mehr Gewicht,

um jede Seite in uns zum klingen zu bringen.

Warten

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W  a  r  t  e  n

dieses nervige Gefühl, was dich beschleicht,

weil es nicht reicht, daß du dir etwas wünschst.

Es wühlt dich immer wieder auf,

beinahe kannst du es fühlen,

doch mußt du wieder abkühlen,

weil du es nicht fassen kannst.

Du willst es JETZT, SOFORT,

keinen Moment kannst du mehr warten.

Doch, sobald du es hast, ist es schon wieder vorbei

und es muss etwas Neues starten.

Du bist nicht mehr darauf versessen, kurzgefaßt,

du suchst und findest bald das nächste Opfer deiner Hast.

WARTEN – allein dieses Wort ist eine Zumutung

und führt in deinem Inneren zu einer Überflutung an Emotionen.

Zugleich zeigt es jedoch die Vielzahl an Optionen,

die dir offenstehn.

Doch fast werden sie vom Winde verweht,

denn während Zeit um Zeit vergeht,

fragst du dich, was wohl entsteht,

wenn du dich entschließt, zu lernen und auszuhalten,

was dich aufregt und einfach mal verweilst –

was wohl daraus hervorgeht?

Denn im Warten, dass sich dein Wunsch erfüllt

oder eine Begegnung deine Sehnsucht stillt,

liegt dieser kleine Moment, der schmerzt.

Weil er auf eine Entscheidung hinarbeitet

und allzu oft bist du darauf nicht vorbereitet.

Geht es um dich bei allem im Leben?

Da würde ich leise Zweifel hegen.

Du möchtest ihn durchdrücken: deinen Willen.

Doch weißt du, was für dich gut ist?

Und auch, wer du in ein paar Jahren sein wirst?

Kannst du die nächsten Tage sehen

oder die Tiefe der Gedanken deines Gegenübers verstehen?

Wirst du deine Ungeduld bereuen oder dich daran erfreuen,

dein Leben einem anderen anzuvertrauen

und auf seine Güte und Weisheit zu bauen?

Diese Entscheidung verlangt alles von dir,

weil du bewußt vertrauen mußt,

dass Gott es gut mit dir meint

auch wenn die Auflösung nicht zu sehen ist,

du warten mußt oder er bestimmte Wege verneint.

Dieser Moment der Entscheidung

wird für jeden Macher zur Qual

und es ist dir alles andere als egal,

denn du hättest alles gern sofort und ideal wäre es,

wenn du nicht auf etwas oder jemanden warten müßtest,

aber du hast die Wahl.

Denn du begreiftst, dass diese Momente dich lehren

und Barmherzigkeit und Verständnis für dich

und andere in deinem Leben mehren.

In diesen Zeiten des Wartens beginnst du zu erahnen,

dass die Schikanen, die du erleidest,

indem du dich ihnen stellst und nicht vermeidest,

dich zu einem anderen werden lassen.

Dann hast du Geduld mit dem, der eilt.

Vom Schmerz der Hast wirst du geheilt.

Inneres Getriebensein wird zur Seltenheit

und deine Sehnsucht verwandelt sich in Gelassenheit.

Diese Gelegenheit führt bei dir nun zu neuer Entschiedenheit

und so steht am Ende des Wartens pure Dankbarkeit.

5/2018