starkschöner Löwenzahn

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Löwenzahn

Du starkschöne Pflanze – von den einen verschrien,

wollen sie dich ja nicht aus ihren Gärten fliegen sehen.

Von anderen begehrt um deiner Heilkraft willen,

kannst du durch Blüten, Blätter und Wurzeln ihr Sehnen stillen.

 

Wir können uns wunderbar an dir laben und

du bist fähig, dich durch Asphalt zu graben,

wer kann sonst schon sagen,

er sei so tief verwurzelt wie du?

 

Doch der Clou ist deine besondere Gabe:

durch das Freigeben all deiner Habe

bist du so stark, aber auch gelassen,

denn niemand kann deine Fallschirmchensamen fassen.

 

Du gibst sie frei, von überall strömen sie herbei

und erfreut vermehrst du dich dabei.

Und wir dürfen anerkennen,

von deinem Loslassen können wir viel lernen.

 

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Entwicklung

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Entwicklung bedeutet unterwegs zu sein.

Meist entsteht sie in dir allein

und entgegen dem äußeren Schein

ist sie ein inneres Auseinandersetzen mit deinem Sein.

 

Keiner kann sie von außen beurteilen,

man kann zwar einen Moment mit dir verweilen,

wird doch dann wieder in sein eigenes Leben eilen.

Man kann nur einzelne Augenblicke miteinander teilen.

 

Entwicklung braucht Zeit

und deine Achtsamkeit,

in der Auseinandersetzung Barmherzigkeit

mit deinem eigenen Leid.

 

Zuweilen wird dir jemand die Hand reichen,

dich hilfreich begleiten und dein Inneres erweichen,

dich eventuell vorbereiten auf kommende Zeichen.

Doch nur du wirst allein deine kleinen Siege erreichen.

 

Entwicklung kostet Kraft

und klar bist du auch fehlerhaft,

wenn vielleicht die Geduld in dir erschlafft,

doch bleib bei dir, bleib standhaft.

 

Andere wollen dich vielleicht drängen

oder sie lassen dich hängen,

manchmal wollen sie dich in ihre Form zwängen.

Bleib bei dir und deinen inneren Klängen.

 

Entwicklung bedeutet, deine Bestimmung wird klar

und dein Wesen wird sichtbar.

Du bist nicht sonderbar,

sondern in deiner unverwechselbaren Art unverzichtbar.

 

Warst du auch bisher unsichtbar,

wird es nun klar:

so wie du bist,

bist du wunderbar.

 

Entwicklung bedeutet Unterwegs-Sein.

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Mohn

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Des Schöpfers Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Wir unterschätzen so oft,

dass ihn innere Schönheit bewegt,

die eben nicht von allein entsteht.

In der Einzigartigkeit des Mohns und des Menschen

spiegelt sich seine Herrlichkeit.

Vorzeiten schon

hat er uns geliebt.

Es ist seine rote Pracht,

die unser  Sein und Werden durchzieht.

Wir brauchen nicht fliehen vor des Windes Kraft

in verletzlicher Zartheit hat er uns stark gemacht.

So können wir durch seine Liebe erglühend

Weitertragen unser lebensfrohes Blühen

und Samen in die Weite sähen,

er kümmert sich ums aufgehen,

weil er der Ursprung allen Lebens ist

und Mohn in seiner Einzigartigkeit sonst vermisst.

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Zartheit im schönen Kleid

Zuweilen spielt der Wind sanft mit deinen Blütenblättern,

doch trotzen sie sogar starken Unwettern,

denn ihre Stärke liegt in deiner Zartheit,

unbekümmert zeigst du uns dein schönes Kleid.

 

Nichts ist für dich selbstverständlich,

das wäre auch schändlich,

blühst du doch meist nur ein paar Stunden,

willst alles intensiv wahrnehmen und erkunden.

 

Doch habe ich dich erst einmal gefunden,

will ich dich genießen und an dir gesunden,

mit den Augen und der Zunge,

verarbeite ich dich in einem Schwunge.

 

Köstlicher Sirup kannst du werden,

oder Tee und damit alles andere einfärben,

dann genieße ich dich noch lange,

du schöne Pflanze von hohem Range.

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Vorfreude

Schon in der Vorfreude

auf dein Erblühen

erglüht in mir Entzücken.

Denn mich bedrückt der graue Winter.

Doch das Wissen um deinen Erdenschlummer lindert,

du ruhst, damit du werden kannst.

Und spannst mich damit auf die Folter.

Doch wenn im Weidemond du erscheinst

und voll Kraft aufkeimst,

erfreue ich mich an dir:

An Farbe, Duft und der Zier

deiner starken Zartheit,

immer bereit,

den Launen des Windes zu trotzen

ohne dich im Außen aufzumotzen.

Deine anmutige Schönheit kommt von innen

und mit deiner außergewöhnlichen Ausstrahlung

wirst du alle gewinnen.

Du wunderschöner Mohn.

Ich freue mich schon,

meine wonnigliche Emotion ist dein Lohn.

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ein Segen für die Sinne

Dein Duft betört Hummeln und Bienen,

deine Zartheit berührt unser Innenleben

deine Farbe gleicht sonnig beschienenen Rubinen

unsere Augen können sich kaum von dir wegbewegen.

 

So bist du, von Gott gegeben, für unsere Sinne ein Segen.

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Hirtentäschel

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So richtig unscheinbar

stehst du am Wegesrand,

doch mir wird klar,

fein, dass ich dich fand.

 

So hübsch anzusehen

und nützlich noch dazu,

kann ich nicht verstehen,

dass andere schimpfen immerzu.

 

Du seiest Unkraut

und wirst gleich vernichtet.

Es wäre besser, man schaut

und pflückt, wenn man dich sichtet.

 

Du bist gesunde Knabberei

und Balsam auf Wunden,

mein Schmerz ist vorbei,

denn ich habe dich gefunden.

 

Und ist dir mal kalt,

dann stört mich das nicht,

mache nicht vor dir halt,

weil jedes Detail besticht

und so nehme ich dich mit.

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ein Augenblick voll Fliederduft

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Du Hauch von Wohlgeruch

und doch so unnahbar,

mit hohem Anspruch

machst du dich bald rar.

 

Sollte es mir glücken,

dich einmal zu halten,

wirst du nach dem Pflücken

mir schon bald erkalten.

 

Du liebst die Freiheit

und bist nicht zu zähmen,

du Blüte der Schönheit,

duftig samtiges Phänomen.

 

So kann ich doch nur

diesen kurzen Moment

die zarte Gravur deiner Figur

genießen, bevor wir getrennt.

 

Und du lehrst mich:

Genuss ist ein Dampf

und nicht selbstverständlich,

doch lohnt sich der Kampf

 

für diesen einen Augenblick.

 

Wie du Flieder in der Küche nutzen kannst, erfährst du hier.

Vergebung

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Es gab eine Zeit in meinem Leben, da litt ich sehr unter meiner Schuld. Wie sollte ich mir jemals selbst vergeben? Doch die Frage ist eine andere: bin ich bereit, Gottes Vergebung anzunehmen?

 

Vergebung ist wie Wiederbelebung –

nur nicht im medizinischen Sinne und irgendwie besser.

Dein Leben wieder auf 0 stellen können:

nach dem Verrennen endlich einen Weg erkennen,

alte Lasten ganz verbrennen,

anerkennen, dass allein der Wiedergutmachungsversuch nicht reicht und

alte Fesseln ein für allemal zertrennen,

benennen, was dich zurück zieht und von vorne beginnen,

durch Bekennen deiner Schuld

vor einem Gott voller Gnade und Geduld.

 

Denn an ihm allein werden wir schuldig,

weil wir seine guten Gaben nicht bewahren,

unseren Mitmenschen Leid nicht ersparen,

uns durch unseren Stolz immer wieder verfahren durch spürbare Lieblosigkeit,

weil wir unseren Alltag oft ohne ihn weiterführen

und seine unverzichtbaren Gedanken ignorieren.

 

Doch nicht du selbst kannst dir vergeben,

sondern nur Gott kann dich durch seine Vergebung neu beleben.

Denn er hat bezahlt und sein wertvolles Blut gegeben,

um dich zu befreien und in dir etwas zu bewegen,

indem er deine Schuld vom höchsten Berg wirft,

niemals wieder danach schürft

und dich dabei nicht verwirft.

Er befreit dich zu einem neuen Leben,

indem er dich befähigt, anderen zu vergeben.

Danach lohnt es sich zu streben und den eigenen Stolz zu begraben,

denn der hatte viel zu lange das Sagen.

 

Will aber alte Schuld immer wieder an uns nagen,

dürfen wir es wagen, die Vergangenheit davonzujagen

und den gütigen Gott befragen,

der uns an seine Vergebung erinnert –

auch wenn ein Anderer uns anklagt –

Gott wird uns tragen.

 

Denn er sagt: Wem ich vergebe, dem ist die Schuld vergeben.

Alles andere sind Lügen,

die uns betrüben wollen und weichen sollen, in Jesu Namen.

Er hat Erbarmen mit den friedsamen Menschen,

wenn wir also wahrnehmen, dass wir schuldig sind,

können wir heilsam und aufatmend erleben,

wie wundervoll Gott handelt

und uns immer mehr zu ihm hin verwandelt.

Denn Vergebung ist Gottes Angebot der Befreiung und Neubelebung.

08/2018

der mühsame Weg

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An jede Raupe dieser Welt, die nichts mehr in ihrem Kokon hält:

Halte noch aus

die Verwandlung findet statt,

manchmal schmerzhaft,

dann wieder sacht,

wird die Lebensfülle in dir entfacht.

 

Die Kraft findest du nicht draussen

im Aussen

sondern allein in dir drin.

In der Stille kommst du nicht umhin,

dich mit deiner Bestimmung

auseinanderzusetzen

und Gottes Art zu handeln

schätzen zu lernen.

 

Im Entfernen vom Gewusel

öffnet sich die Tür

zu deinem Gespür

und diesem unglaublich kreativen Raum in dir.

 

Manche Menschen betreten den nie,

was für eine Verschwendung von Lebensenergie.

Deshalb halte noch aus,

suche Flausen wie weiche Daunen,

bestaune bunte Seifenblasen,

vergiss die verpflichtenden Phrasen,

die dich zwingen,

vorschnell loszurasen.

 

Wenn du die Farben in dir gefunden hast,

entdeckst du,

du hast da draussen nichts verpasst.

 

Jetzt erst geht das Leben los:

egal wie spät,

mit der Lebendigkeit in deinem Schoß

wird es grandios,

denn du hast dein Raupendasein angenommen und erkannt:

unter widrigen Umständen hast du etwas gewonnen.

Nun ist alles willkommen.

Du bist willkommen.

Januar 2020

Hier findest du den Song dazu: Verwandlung

Reflektieren

Reflektieren, suchen und sinnieren,

engagiert jede Schale studieren.

Ängste kriechen aus ihren Löchern

Fragen und Sorgen, noch und nöcher.

 

Wer bin ich? Wer sicher nicht?

Zu lange angepasst und es nicht erfasst.

 

Gehemmt durchs Tappen im Unbewußten,

Prägung hinterfragen, Schmerz ertragen.

Jetzt braucht es Mut, probier es aus,

es tut nicht gut, doch ist der Weg nach Haus.

 

Vorwärts gehen, nach vorne sehen,

der Enthusiast hat nichts verpasst.

 

Mein Versagen nuancieren,

den Sinn von Fehlern neu kapieren,

endlich vom ein´genen Stolz kuriert,

nichts mehr im Außen ausstaffieren.

 

Vorwärts gehen, nach vorne sehen,

wieder was geschafft, hey, gut gemacht.

 

Reflektieren und analysieren,

neu motiviert für Experimente,

neue Wege nun anvisieren,

Veränderungen präsentieren.

 

Durchquere – den Dschungel – der Suche nach dir, denn allein

bei Gott – ist die offene Tür – die zum Verständnis deines Wesens führt.

 

Mutig und stark, von innen heraus schön,

so wird sein Weg für dich gut weitergehen.

Vorwärts gehen, nach vorne sehen,

wieder was geschafft, hey, gut gemacht.

 

Wer bin ich? Wer sicher nicht?

Von Gott gut erdacht

und auf den Weg zu mir selbst gebracht.