Zahnrädchen

Schon immer läuft alles wie gewohnt,

das Spiel läuft wie geschmiert

in der Routine, die allem innewohnt,

auch wenn man dabei viel verliert.

 

Alle Rädchen funktionieren einwandfrei,

keins hinterfragt oder stoppt den Fluss,

denn dann wäre das Ergebnis entzwei,

das sorgt dann schnell für Verdruss.

 

Auch das Zahnrädchen in der Mitte

bewegt sich brav im Takt,

hat zwar schon geäußert manche Bitte,

die jedoch ungehört versackt.

 

Eines Tages bleibt das Rädchen stehen,

denn es wurde zu viel gemobbt.

Kaum einer hat es bisher richtig angesehen,

abrupt nun das Räderwerk stoppt,

 

Zum ersten Mal sieht es sich golden leuchten,

seinen Wert hat es nie zuvor entdeckt.

Alle Selbstzweifel werden im Nu verscheucht

und die ganze innere Kraft geweckt.

 

Das Zahnrädchen sieht nun sein Potential,

es muss sich nichts mehr gefallen lassen.

Diese Erkenntnis ist phänomenal,

erst der Stillstand ermöglicht, sich mit sich zu befassen.

 

Es scheint im Vergleich etwas zarter und kleiner,

das war im Bauplan so vorgesehen.

Der Baumeister entwarf es einfach feiner,

nur muss es das selbst erstmal verstehen.

 

Doch wie wichtig ist fürs große Gefüge,

dass es seinen Platz ausfüllt.

Es werden, im Erleben seiner Siege,

längst verstummte Sehnsüchte gestillt.

 

Nun gestaltet es das faszinierende Gebilde mit,

hat das Geheimnis seiner Bestimmung gefunden,

stark bewegt es sich, zieht die anderen mit,

wird so von keinem mehr geschunden.

 

Der ganze Mechanismus wird sich neu formieren,

weil das kleine Rädchen mit dem Gewohnten bricht.

Die anderen müssen sich auch umjustieren,

wenn Licht in die Routine spricht.

 

Jede Veränderung beginnt bei dir,

bei dem Besinnen auf dein Wesen

und dein eigenes Gespür.

September 2020

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