Wunder-Holunder

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Was bist du doch für ein Wunder!

So viel von mir gesundet an dir,

du bist für die Flur eine Zier,

oh du duftig schöner Holunder.

 

Weit hinaus verströmst du Wohlgeruch,

es ist ein unbeschreiblich süßer Duft

mit dem du erfüllst des Waldes Luft,

dies ist nicht nur ein Schmeichel-Spruch.

 

Du riechst nach den Strahlen der Sonne,

nach dem Abenteuer der weiten Welt,

nach bunten Blumen auf einem Sommerfeld,

wodurch ich neue Lust am Leben bekomme.

 

Und ich genieße deine Gaben:

gleich roh die sonnigen kleinen Blüten,

nur vor rohen Beeren sollte ich mich hüten,

doch gekocht kann ich mich daran laben.

 

In der Küche gibt’s dann wildes Gedränge.

Blätter-Wundsalbe, Blütenquark, Sirup und Sekt,

der Geschmack von Holunder-Küchlein ist perfekt.

Es entsteht in blütenduftenden Küchen eine Menge.

 

Und bin ich mal wieder zu langsam

und du welkst in meinen Händen,

wirst du mir getrocknet Gutes spenden,

denn als Wintertee bist du heilsam.

 

Auch auf die Beeren warte ich Wochen,

bis diese in den Herbst hinein reifen,

dann kann ich endlich köstliche Suppe abgreifen

und Sirup, Hustensaft und Glühwein kochen.

 

Es ist nicht vermessen,

wenn ich behaupte,

du bist etwas Besonderes,

eine Delikatesse.

 

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starkschöner Löwenzahn

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Löwenzahn

Du starkschöne Pflanze – von den einen verschrien,

wollen sie dich ja nicht aus ihren Gärten fliegen sehen.

Von anderen begehrt um deiner Heilkraft willen,

kannst du durch Blüten, Blätter und Wurzeln ihr Sehnen stillen.

 

Wir können uns wunderbar an dir laben und

du bist fähig, dich durch Asphalt zu graben,

wer kann sonst schon sagen,

er sei so tief verwurzelt wie du?

 

Doch der Clou ist deine besondere Gabe:

durch das Freigeben all deiner Habe

bist du so stark, aber auch gelassen,

denn niemand kann deine Fallschirmchensamen fassen.

 

Du gibst sie frei, von überall strömen sie herbei

und erfreut vermehrst du dich dabei.

Und wir dürfen anerkennen,

von deinem Loslassen können wir viel lernen.

 

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Entwicklung

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Entwicklung bedeutet unterwegs zu sein.

Meist entsteht sie in dir allein

und entgegen dem äußeren Schein

ist sie ein inneres Auseinandersetzen mit deinem Sein.

 

Keiner kann sie von außen beurteilen,

man kann zwar einen Moment mit dir verweilen,

wird doch dann wieder in sein eigenes Leben eilen.

Man kann nur einzelne Augenblicke miteinander teilen.

 

Entwicklung braucht Zeit

und deine Achtsamkeit,

in der Auseinandersetzung Barmherzigkeit

mit deinem eigenen Leid.

 

Zuweilen wird dir jemand die Hand reichen,

dich hilfreich begleiten und dein Inneres erweichen,

dich eventuell vorbereiten auf kommende Zeichen.

Doch nur du wirst allein deine kleinen Siege erreichen.

 

Entwicklung kostet Kraft

und klar bist du auch fehlerhaft,

wenn vielleicht die Geduld in dir erschlafft,

doch bleib bei dir, bleib standhaft.

 

Andere wollen dich vielleicht drängen

oder sie lassen dich hängen,

manchmal wollen sie dich in ihre Form zwängen.

Bleib bei dir und deinen inneren Klängen.

 

Entwicklung bedeutet, deine Bestimmung wird klar

und dein Wesen wird sichtbar.

Du bist nicht sonderbar,

sondern in deiner unverwechselbaren Art unverzichtbar.

 

Warst du auch bisher unsichtbar,

wird es nun klar:

so wie du bist,

bist du wunderbar.

 

Entwicklung bedeutet Unterwegs-Sein.

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Mohn

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Des Schöpfers Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Wir unterschätzen so oft,

dass ihn innere Schönheit bewegt,

die eben nicht von allein entsteht.

In der Einzigartigkeit des Mohns und des Menschen

spiegelt sich seine Herrlichkeit.

Vorzeiten schon

hat er uns geliebt.

Es ist seine rote Pracht,

die unser  Sein und Werden durchzieht.

Wir brauchen nicht fliehen vor des Windes Kraft

in verletzlicher Zartheit hat er uns stark gemacht.

So können wir durch seine Liebe erglühend

Weitertragen unser lebensfrohes Blühen

und Samen in die Weite sähen,

er kümmert sich ums aufgehen,

weil er der Ursprung allen Lebens ist

und Mohn in seiner Einzigartigkeit sonst vermisst.

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Zartheit im schönen Kleid

Zuweilen spielt der Wind sanft mit deinen Blütenblättern,

doch trotzen sie sogar starken Unwettern,

denn ihre Stärke liegt in deiner Zartheit,

unbekümmert zeigst du uns dein schönes Kleid.

 

Nichts ist für dich selbstverständlich,

das wäre auch schändlich,

blühst du doch meist nur ein paar Stunden,

willst alles intensiv wahrnehmen und erkunden.

 

Doch habe ich dich erst einmal gefunden,

will ich dich genießen und an dir gesunden,

mit den Augen und der Zunge,

verarbeite ich dich in einem Schwunge.

 

Köstlicher Sirup kannst du werden,

oder Tee und damit alles andere einfärben,

dann genieße ich dich noch lange,

du schöne Pflanze von hohem Range.

Möchtest du wissen, wie du Mohn in der Küche nutzen kannst?

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Vorfreude

Schon in der Vorfreude

auf dein Erblühen

erglüht in mir Entzücken.

Denn mich bedrückt der graue Winter.

Doch das Wissen um deinen Erdenschlummer lindert,

du ruhst, damit du werden kannst.

Und spannst mich damit auf die Folter.

Doch wenn im Weidemond du erscheinst

und voll Kraft aufkeimst,

erfreue ich mich an dir:

An Farbe, Duft und der Zier

deiner starken Zartheit,

immer bereit,

den Launen des Windes zu trotzen

ohne dich im Außen aufzumotzen.

Deine anmutige Schönheit kommt von innen

und mit deiner außergewöhnlichen Ausstrahlung

wirst du alle gewinnen.

Du wunderschöner Mohn.

Ich freue mich schon,

meine wonnigliche Emotion ist dein Lohn.

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ein Segen für die Sinne

Dein Duft betört Hummeln und Bienen,

deine Zartheit berührt unser Innenleben

deine Farbe gleicht sonnig beschienenen Rubinen

unsere Augen können sich kaum von dir wegbewegen.

 

So bist du, von Gott gegeben, für unsere Sinne ein Segen.

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