(7.) Fallen

Im Fallen frage ich mich,

ob es noch weiter hinunter gehen kann?

Wann kommt denn nun der Aufschlag?

Hier ist so viel Verrat,

gepaart mit unsagbar einengender Kontrolle,

Starre und Engstirnigkeit,

es fehlt der freie Raum zur Entfaltung.

Alles erkaltet,

mein Inneres ist voll von aufgestauter Wut und Trauer

und ich falle weiter,

entgleite durch missbrauchtes Vertrauen,

böse Worte ohne anzuschauen

was sie im Gegenüber anrichten,

vernichtend,

 was mir wichtig war,

wurde mir zum wiederholten Male genommen,

zerronnen sind all die schönen Momente,

und mein krampfhafter Versuch,

sie in guter Erinnerung festzuhalten

 ist nur noch ein einziger Klageruf.

Einen kurzen Moment lang

sorgten die Drogen der Leichtigkeit für Behagen,

dann bin ich je auf dem Boden der Tatsachen aufgeschlagen.

Wollte ich schon wieder zu viel?

Habe ich ambivalente Worte fehlinterpretiert?

Eine scheinbar sichtbare Schieflage

nicht wahrhaben wollen?

Ich habe verstohlen nach Luft gerungen,

vergeblich Deckung gesucht

dann doch wieder mich selbst bezwungen,

nur: den Schmerz ignorieren,

wird die Wut nicht dezimieren

und mein Fallen nicht aufhalten.

Wie soll ich an diesen Erfahrungen nicht erkalten

und je wieder vertrauen?

Ich will aufstehen,

doch etwas aufzubauen erfordert Halt,

mir ist kalt,

keine Wärme seit Jahren

und ich suche dennoch danach,

es ist unfassbar verfahren und nicht greifbar.

Ich starre an die Wand

will nicht mehr funktionieren oder reagieren,

will aussteigen

aus dem Alltagsreigen,

mich verweigern und einfach nicht mehr zeigen,

was ich könnte,

weil es die anderen erwarten.

Wenn sich der Schmerz dann taub anfühlt,

und die Finsternis mich innerlich aufwühlt,

möchte ich im Fallen erstarren

und in 1000 Stücke zerbersten,

um erst wieder zu erwachen

wenn Puzzleteil für Puzzleteil neu zusammengesetzt ist.

 

Denn es gibt den Einen,

der die Dunkelheit, die mich verschlucken will,

plötzlich erhellt,

die völlig demolierten Bruchstücke aussortiert

und mich auf weiten Raum stellt,

denn er setzt mich neu zusammen, wie es ihm gefällt.

Und im Licht dessen,

der das große Ganze sieht,

und mir vergibt,

stehe ich wieder auf.

Denn ich kann seine Zuwendung erleben,

wenn oft auch auf Umwegen mit Hindernissen  –

so düster diese auch sein mögen.

 

Erst dadurch lerne ich,

mein Vertrauen im Fallen an ihn zu verschwenden

und von ihm zu erwarten,

die Ärgernisse zu seiner Zeit zu beenden.

Und irgendwann wird endlich mein Fallen verhallen

und seine Ewigkeit wird mir in den Schoss fallen.

01/2019

Dieses Fallen war sehr schmerzhaft, aber genau dort konnte ich erkennen, dass nichts auf dieser Welt so trägt wie er. Und seit er mich aus dem Staub geholt hat,  hänge ich an ihm und er hat mein Leben so gut gemacht. Er ist es, der Träume erfüllt und uns erhebt – zu seiner Zeit – weil er das grosse Ganze im Blick hat – er hat uns geschaffen, um ihm zu dienen. Und das eigene Wesen auszuleben, bedeutet eine enorme Freiheit. Aber vielleicht versteht das nur, wer wirklich mal am Ende war. Solange wir selbst genug Kraft haben, verlassen wir uns auf uns selbst und legen nicht so einen Wert auf die Beziehung zu unserem Schöpfer. Ich mache dir Mut, dich in seine Arme fallen zu lassen.

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