Mit der Angst tanzen

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Angst, du bist nicht fair,

quäl mich nicht mehr,

nur Gemeinheit und Gier,

ich tanz ab jetzt mit dir.

.

Ich lasse mich nicht mehr bedrängen

oder in die Ecke zwängen.

Ich bin nun ganz bei mir

und tanz mit dir.

.

Grosse Angst, du alte Pein,

du machst mich immer wieder klein.

Stärke ist nun meine Zier,

ich tanz mit dir.

.

Dunkel stehst du vor der Tür,

du willst ja nur, dass ich verlier.

In meinem Herz ,

spielt ein Klavier,

ich tanz mit dir.

.

Du schickst mich in die Isolation,

na wenn schon,

ich suche Freunde mir,

dann tanzen wir.

.

Unglaublich, du kapitulierst,

weil du mich nicht mehr  regierst?

Jetzt tanz schon mit mir

oder verschwinde endlich von hier.

02/2020

verzwicktes Unterbewusstsein – Persönlichkeitstypen

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Der Ordnungstyp liebt die Struktur,

Korrektheit, Tradition, Sauberkeit pur.

Die Ordnung muss für dich schon sein,

dein Haus glänzt wirklich immer so fein.

Doch führt das oft zu Zwängen –

wer will schon unter Prinzipienreitern hängen?

Steh doch mal mutig zur Lücke und zum Fehler,

überlasse die Kontrolle dem Wähler,

der sich auf dich einläßt,

dann wird deine Treue

und Verbindlichkeit zu einem Fest.

 

Der Beziehungstyp hat immer für Menschen Zeit,

ist einfühlsam, anpassungsfähig und hilfsbereit.

Und er fühlt ohne Ende,

doch das allein bringt nicht die Wende.

Opferbereitschaft fällt ihm nicht schwer,

verantwortlich und bindungsfreudig ist er sehr,

doch sucht er in all dem Bestätigung,

wenn die ausbleibt, hilft nur Verdrängung

und aus lauter Grübeln und Lebensangst

wird er noch mehr tun,

nicht selten verfängt er sich in Sucht und Abhängigkeitsschuhen.

Denn er möchte gebraucht werden,

doch dieses Klammern bewirkt oftmals ein Beziehungs- „Sterben“ .

Sucht er jedoch in Gott seinen Halt

bekommen auch seine Beziehungen mehr Gestalt.

 

Der Distanztyp braucht nur sich allein,

diese Ruhe und dieser Frieden kann so schön sein.

Und diese Freiheit, in der man viel schafft,

gibt dir Kraft. Du bist so exakt, sachlich

und grenzt dich gut ab

und manchmal läßt du dich dazu herab,

mit Menschen in Kontakt zu gehen.

Dann darfst du sehen, dass Gefühle schön sind

und ein Anderer freut sich wie ein Kind,

wenn du mal Freundlichkeit zeigst

und es zuläßt, geliebt zu werden,

um das gegenseitige Schenken hier auf Erden zu kultivieren.

Motiviere dich,

deine Angst vor Verletzung abzulegen,

um durch die Abschätzung der Bindungsmöglichkeit

die eigene Einsamkeit zu umgehen.

Sachlichkeit ist nicht verkehrt,

doch Gefühle sind auch begehrt.

 

Der Darstellungstyp steht gern im Mittelpunkt,

beim Lebenskünstler funkt die Abwechslung und Begeisterung.

Er bringt Schwung ins Leben anderer,

wandert unbeständig und verdrängt so gern,

die Freiheit ist ihm gar nicht fern.

Doch durch Verdrängung zwängt er sich selbst in eine Kiste

und streicht Entwicklung von seiner Liste.

Er möchte bewundert werden,

doch darf er sich ab und zu erden

und seine Motivation überdenken

um sich dann gebend den Anderen zu schenken.

Denn er ist ein Künstler und kann wunderbar lenken

und vielem Ausdruck geben,

um seine Umwelt zu beleben.

Aufgrund der Suche nach Anerkennung

ist er ein Arbeitstier, schier immer in Bewegung,

doch er darf lernen,

sich zu entspannen und anfangen,

den Augenblick zu genießen,

indem er den Antreiber in sich erschießt

oder ruhigstellt – im Aushalten des Alleinsein mit sich selbst.

Dazu benötigt er Stille und Tiefe,

um die Schieflage abzuwenden

und sein Leben nicht im Egoismus zu verschwenden.

 

Und du-

wo siehst du dich so?

Das Thema ist nur angerissen,

suche doch nach diesem Wissen,

stillt sicher so manche Frage

und ist hilfreich im Beziehungsalltag.

02/2020

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Entscheidung – eine Preis-Gewinn-Frage

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Jede Entscheidung basiert auf der Preis-Gewinn-Frage,

deshalb ist es nicht sinnvoll,

sie zu vermeiden oder zu klagen.

Stattdessen kann man sich fragen:

Wenn ich so und so entscheide,

werde ich dann weiter leiden

oder vielleicht scheitern?

Welche Angst hindert mich am losziehen?

Hat es Sinn, weiter zu kämpfen

oder wird das den Schmerz auch nicht dämpfen?

Was ist mein Gewinn?

Wie hoch ist der Preis, den man zahlt,

denn auch wenn man mit seiner festgefahrenen Standfestigkeit prahlt,

jede Entscheidung wird uns etwas kosten:

die eigene Kraft oder Lebhaftigkeit,

unsere Zeit oder Unabhängigkeit

die Selbstbestimmung oder mangelnde Kosteneindämmung.

Wie groß sind die Ressourcen?

Gibt es eine Chance auf den

Schwung einer Verbesserung ohne Veränderung?

Hast du schon Mut für den Sprung in das Unbekannte?

Genug abgewogen.

Durch die Entscheidungsfindung spannst du den Bogen.

Der Schuss ist losgeflogen

und findet sein Ziel.

Lernerfahrung und Handlungskompetenz vorhanden,

Mutprobe bestanden,

und Prinzip verstanden.

Jede Entscheidung basiert auf der Preis-Gewinn-Frage.

01/2020

dunkelwarmer Ton

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Ich bin groß geworden –

die Sorte reife Erwachsene,

komme meist allein gut klar,

das ist wirklich wahr.

Aber manchmal sind sie da,

diese Momente der leeren Hände,

in denen sich das Herz

krampfartig schmerzend zusammenzieht,

weil du fliehst

und ich deine Gegenwart vermisse:

nur ein tiefer Blick, der entzückt

oder

ein dunkelwarmer Ton deiner unvergleichlichen Stimme –

Flimmern im Inneren

oder

den zarten Hauch einer Berührung,

inniges Spüren deines Wesens,

 

eins würde mir schon reichen,

um den Kern zu erweichen,

auf das ich mich wieder besinne,

dass ich groß und autark bin.

 

Doch gibt es dich nicht,

dann erinnere ich mich.

Gott spricht in mein Leben:

Komm zu mir,

wir können so viel erleben,

ich steh immer vor deiner Tür,

um dich mit liebevoller Nähe zu umgeben.

Meinen Händen entgleitet nichts hier.

Vertraue mir, ich fülle die Hände dir.

02/2020

Tiefsinnigkeit

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Gerade wegen deiner

schmerzverwilderten Tiefsinnigkeit

bist du eindrucksvoll

im Schimmerschein

von angstumschlungenem Lebensleid,

voll vom Bernsteinwind

emotionaler Ergriffenheit.

Deine Narben verleihen dir

eine hauchmelancholische Lebendigkeit.

Und da ist fittichschwebende,

farbflockige und tönende Weite in dir.

Nimm dir Zeit,

spazierflüchtig deinen Wert zu entdecken

und fühle die

tag- und nachtumflossene Verbundenheit.

Gott möchte dein Herz und deine Ehrlichkeit.

Sich dann um alles andere zu kümmern, ist er bereit.

Psalm 51

grenzenweiter Einlass

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Sie können uns zu uns hinführen, die Grenztüren unseres Innenraumes.

Alles beginnt mit der Muttertür

(im besten Fall,

sonst eben nach dem Aufprall):

Immer geöffnet spüren wir

das Wohlwollen hier

und lernen,

uns vorwärts zu bewegen.

Im mutigen Entdecken

können wir uns jederzeit

zurückbegeben.

Im Erwachsenwerden

und im Erleben Anderer

sehen wir uns zwischen Eingängen wandern.

Dann lernen wir,

unser Portal zu schliessen,

damit wir grenzbewusst das Öffnen

wieder geniessen.

Denn es braucht diesen Schutzraum in dir,

um dein Gespür zu entdecken

und dich selbst nicht zu verlieren.

Dann akzeptieren wir auch beim Nächsten

die geschlossene Tür,

die nicht zum Kontaktabbruch führt,

sondern nur Raum gibt,

damit das grenzenweite Gleichgewicht nicht kippt.

So stossen wir im Grenzflur

auch auf halbgeöffnete Türen,

um zu erspüren, ob grenzfarbiges Vertrauen wächst.

Es kleckst bei jedem neuen Versuch der Interaktion

in unser Leben,

damit wir Raum für

die grenzveränderten Erfahrungen geben

und Wert auf das eigene Verhalten legen,

um grenzbepfadet unsere Umgebung zu prägen.

Deshalb ist heute mein Eingang mal zu,

ich brauche des Grenzsaumes Ruh,

morgen bin ich wieder da,

gern offen für deinen Kommentar.

So gesehen

ist es gar nicht hilfreich,

wenn dir alle Türen offenstehen.

Nur im grenzschützenden Schliessen

kannst du die Weite deines eigenen Raumes geniessen.

Weil Sie uns zu uns hinführen, die Grenztüren unseres Innenraumes.

02/2020

Fallen

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Im Fallen frage ich mich,

ob es noch weiter hinunter gehen kann?

Wann kommt denn nun der Aufschlag?

Hier ist so viel Verrat,

gepaart mit unsagbar einengender Kontrolle,

Starre und Engstirnigkeit,

es fehlt der freie Raum zur Entfaltung.

Alles erkaltet,

mein Inneres ist voll von aufgestauter Wut und Trauer

und ich falle weiter,

entgleite durch missbrauchtes Vertrauen,

böse Worte ohne anzuschauen

was sie im Gegenüber anrichten,

vernichtend,

 was mir wichtig war,

wurde mir zum wiederholten Male genommen,

zerronnen sind all die schönen Momente,

und mein krampfhafter Versuch,

sie in guter Erinnerung festzuhalten

 ist nur noch ein einziger Klageruf.

Einen kurzen Moment lang

sorgten die Drogen der Leichtigkeit für Behagen,

dann bin ich je auf dem Boden der Tatsachen aufgeschlagen.

Wollte ich schon wieder zu viel?

Habe ich ambivalente Worte fehlinterpretiert?

Eine scheinbar sichtbare Schieflage

nicht wahrhaben wollen?

Ich habe verstohlen nach Luft gerungen,

vergeblich Deckung gesucht

dann doch wieder mich selbst bezwungen,

nur: den Schmerz ignorieren,

wird die Wut nicht dezimieren

und mein Fallen nicht aufhalten.

Wie soll ich an diesen Erfahrungen nicht erkalten

und je wieder vertrauen?

Ich will aufstehen,

doch etwas aufzubauen erfordert Halt,

mir ist kalt,

keine Wärme seit Jahren

und ich suche dennoch danach,

es ist unfassbar verfahren und nicht greifbar.

Ich starre an die Wand

will nicht mehr funktionieren oder reagieren,

will aussteigen

aus dem Alltagsreigen,

mich verweigern und einfach nicht mehr zeigen,

was ich könnte,

weil es die anderen erwarten.

Wenn sich der Schmerz dann taub anfühlt,

und die Finsternis mich innerlich aufwühlt,

möchte ich im Fallen erstarren

und in 1000 Stücke zerbersten,

um erst wieder zu erwachen

wenn Puzzleteil für Puzzleteil neu zusammengesetzt ist.

 

Denn es gibt den Einen,

der die Dunkelheit, die mich verschlucken will,

plötzlich erhellt,

die völlig demolierten Bruchstücke aussortiert

und mich auf weiten Raum stellt,

denn er setzt mich neu zusammen, wie es ihm gefällt.

Und im Licht dessen,

der das große Ganze sieht,

und mir vergibt,

stehe ich wieder auf.

Denn ich kann seine Zuwendung erleben,

wenn oft auch auf Umwegen mit Hindernissen  –

so düster diese auch sein mögen.

 

Erst dadurch lerne ich,

mein Vertrauen im Fallen an ihn zu verschwenden

und von ihm zu erwarten,

die Ärgernisse zu seiner Zeit zu beenden.

Und irgendwann wird endlich mein Fallen verhallen

und seine Ewigkeit wird mir in den Schoss fallen.

01/2019

Dieses Fallen war sehr schmerzhaft, aber genau dort konnte ich erkennen, dass nichts auf dieser Welt so trägt wie er. Und seit er mich aus dem Staub geholt hat,  hänge ich an ihm und er hat mein Leben so gut gemacht. Er ist es, der Träume erfüllt und uns erhebt – zu seiner Zeit – weil er das grosse Ganze im Blick hat – er hat uns geschaffen, um ihm zu dienen. Und das eigene Wesen auszuleben, bedeutet eine enorme Freiheit. Aber vielleicht versteht das nur, wer wirklich mal am Ende war. Solange wir selbst genug Kraft haben, verlassen wir uns auf uns selbst und legen nicht so einen Wert auf die Beziehung zu unserem Schöpfer. Ich mache dir Mut, dich in seine Arme fallen zu lassen.

DU

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DU

hör zu,

zage nicht.

allein

der stille Gedanke

an dich

inspiriert mich.

Komm ins Licht

zweifle nicht.

DU

bist wichtig

für mich.

Sprichst,

auch wenn du schweigst.

Trau dich!

Es geht nicht um mich,

einzig

um dich.

02/2020