durchs Leben laufen

L a u f e n

Schritt für Schritt beginnst du, einen Fuß vor den anderen zu setzen.

Du wählst selbst die Geschwindigkeit und

läßt dich nicht mal von dir selbst hetzen.

Während deine Füße vorwärts ziehen,

können deine Gedanken in die Ferne fliehen.

Sie sind kurz in der Gegenwart, wenden sich dann meist ein Stück,

verweilen in der Vergangenheit und bringen dich zurück

zu schönen Augenblicken, die dein Leben kostbar machen,

die dich beflügeln oder neue Sehnsucht in dir entfachen.

Sie reisen dann weiter nach vorn und du tüftelst enorm,

was deine Ziele sind im Leben

und wonach es sich immer wieder lohnt zu streben.

Die Gedanken sind im Fluss und es ist für dich ein Genuss,

dass sich deine Füße vorwärts bewegen und

damit deine Gedankenwelt beleben.

Doch bleibst du mal stehen, ob abrupt oder geplant,

dann bist du wieder in der Gegenwart, denn du hast es geahnt,

dass die Wirklichkeit es schafft, dich einzuholen,

da helfen keine Ablenkungsmanöver und Kapriolen.

Du könntest einen Moment verweilen,

bewußt deine Umgebung betrachten

und versuchen, die Kleinigkeiten nicht zu verachten, denn sie sind es,

die deinen Tag mit Erinnerungen füllen und wertvoll machen.

Sie können Frohsinn, Dankbarkeit und neue Kraft bei dir entfachen.

Drum nimm sie wahr – diese Einzelheiten.

Auch wenn du umgeben bist von Widrigkeiten,

die deinen Blick trüben und die Unzufriedenheit wachsen lassen,

dich begleiten und zu dem Schluß bringen,

du könntest etwas wichtiges verpassen.

Es ist nötig, gerade diesen Mangel zu spüren,

denn nur er kann dich dahin führen,

wieder die Wärme der Sonne, zufriedenes Sattsein und

bekannte Gesichter zu genießen

und dich nicht vor diesen Gegensätzen zu verschließen,

denn dieses Spannungsfeld wird dafür sorgen,

dass das Leben dich immer wieder fasziniert – heute und auch morgen.

Dafür sorgen auch die vielen Kleinigkeiten,

um, nach dem kleinen Exkurs der Kontraste, wieder zu ihnen überzuleiten.

Denn die Sanftheit der kleinen Momente berührt dein Herz

und mal angenommen, es entsteht bei dir dadurch ein Schmerz,

dann ist es wichtig, sich dem zu stellen und diesen zu fühlen

und dich nicht durch schnelles Weitergehen abzukühlen.

Vielleicht tun dir die Natur,

ein vorbeihuschendes Lächeln oder Töne einfach gut

und geben dir Mut für die nächsten Schritte, darum meine Bitte:

geh mit offenen Sinnen weiter auf deiner Reise

und achte auf alles kleine, zarte und leise, um nicht achtlos vorbeizugehen

und Gottes liebevolle Handschrift nicht zu übersehen.

Denn diesen Eindrücken hast du es zu verdanken,

dass du empfindest, du konntest auftanken,

bevor du den nächsten Schritt gehst, in dich hineinlächelst,

nicht hetzt, sondern plötzlich verstehst und voll Freude feststellst:

du bist wieder im Jetzt,

dieser Augenblick ist gut, so wie er ist.

Ob du läufst oder stehst, ob du sitzt oder gehst,

ob du ein Träumer bist oder Realist,

es gibt gerade nichts, was du vermißt.

Und Schritt für Schritt geht es weiter auf dem Weg des Lernens.

6/2018

laufen auf www.gedankenspiele-Wortkunst.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.