4. berührende Geschichten

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So viele unglaublich

berührende Geschichten,

versteckt,

in den Ecken

von Menschenherzen,

die sich nicht trauen,

preiszugeben und anzuschauen,

was das Leben für Wunden schlug

und mit wieviel Ausdauer man es ertrug.

Doch

wie schmerzhaft und schwer

deine Geschichte auch wär:

Erzähl sie,

flieh nicht vor ihr.

Denn im Hier und Jetzt

kann Gott jede Geschichte wenden,

dir seine Barmherzigkeit

und Weisheit senden,

wohlwollend deinen Weg in seine Hände nehmen

und nach dem Auffangen der Tränen

Heilung strömen

und Gutes aus alldem erwachsen lassen.

Auf lange Sicht

ist es sein Licht,

in dem sich unser Dasein im bunten Farbspiel bricht.

Dies gibt unserer Geschichte mehr Gewicht,

um jede Seite in uns zum klingen zu bringen.

3. Gegensätze

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Denkansätze – Gegensätze

Sind nicht die Gegensätze

die wahren Schauplätze des Lebens wildem Naturell?

Stärke und Schwachheit,

Tiefschlaf und muntere Wachheit,

köstlich schlemmen und

mal fasten und sich nichts gönnen,

still stehen

und rennen

bis das Herz bis zum Hals schlägt.

Gedanken nachhängen,

die man sorgfältig abwägt,

oder im Glauben losgehen,

weil Gott uns trägt.

Manchmal kann alles nicht schön genug sein

für unserer Augen Schein,

dann wieder ist die größte Zier

die Schlichtheit an sich allein.

Mal wollen wir den Resonanzen lauschen,

und nichts gegen die Stille eintauschen.

Dann wieder gibt es Dissonanzen

und um die Spannung der Distanz auszuloten,

begeben wir uns in einen Seiltanz,

der eine Sprungschanze im Erkennen unseres selbst darstellt.

Und uns gefällt die Vielschichtigkeit

und die Veränderung –

 wahre Kostbarkeiten,

die uns durch dieses Leben begleiten:

manchmal fluffig wild,

oder traurig

 voll vergilbter Momente,

dann wieder sehnsuchtsvoll

und mild, wie die Liebe selbst,

zuweilen schwer und mühevoll ,

dass du es kaum aushältst.

Doch,

du schaffst das,

denn auf eins ist Verlass:

Gegensätze sind die wahren Schauplätze

des Lebens wildem Naturell.

Verurteile sie nicht vorschnell,

denn sie sind essentiell.

Und obendrein wahre Tummelplätze,

verpflichtend für meine Wortschatzdichtungen.

01/2020

2. Warten

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W  a  r  t  e  n

dieses nervige Gefühl, was dich beschleicht,

weil es nicht reicht, daß du dir etwas wünschst.

Es wühlt dich immer wieder auf,

beinahe kannst du es fühlen,

doch mußt du wieder abkühlen,

weil du es nicht fassen kannst.

Du willst es JETZT, SOFORT,

keinen Moment kannst du mehr warten.

Doch, sobald du es hast, ist es schon wieder vorbei

und es muss etwas Neues starten.

Du bist nicht mehr darauf versessen, kurzgefaßt,

du suchst und findest bald das nächste Opfer deiner Hast.

WARTEN – allein dieses Wort ist eine Zumutung

und führt in deinem Inneren zu einer Überflutung an Emotionen.

Zugleich zeigt es jedoch die Vielzahl an Optionen,

die dir offenstehn.

Doch fast werden sie vom Winde verweht,

denn während Zeit um Zeit vergeht,

fragst du dich, was wohl entsteht,

wenn du dich entschließt, zu lernen und auszuhalten,

was dich aufregt und einfach mal verweilst –

was wohl daraus hervorgeht?

Denn im Warten, dass sich dein Wunsch erfüllt

oder eine Begegnung deine Sehnsucht stillt,

liegt dieser kleine Moment, der schmerzt.

Weil er auf eine Entscheidung hinarbeitet

und allzu oft bist du darauf nicht vorbereitet.

Geht es um dich bei allem im Leben?

Da würde ich leise Zweifel hegen.

Du möchtest ihn durchdrücken: deinen Willen.

Doch weißt du, was für dich gut ist?

Und auch, wer du in ein paar Jahren sein wirst?

Kannst du die nächsten Tage sehen

oder die Tiefe der Gedanken deines Gegenübers verstehen?

Wirst du deine Ungeduld bereuen oder dich daran erfreuen,

dein Leben einem anderen anzuvertrauen

und auf seine Güte und Weisheit zu bauen?

Diese Entscheidung verlangt alles von dir,

weil du bewußt vertrauen mußt,

dass Gott es gut mit dir meint

auch wenn die Auflösung nicht zu sehen ist,

du warten mußt oder er bestimmte Wege verneint.

Dieser Moment der Entscheidung

wird für jeden Macher zur Qual

und es ist dir alles andere als egal,

denn du hättest alles gern sofort und ideal wäre es,

wenn du nicht auf etwas oder jemanden warten müßtest,

aber du hast die Wahl.

Denn du begreiftst, dass diese Momente dich lehren

und Barmherzigkeit und Verständnis für dich

und andere in deinem Leben mehren.

In diesen Zeiten des Wartens beginnst du zu erahnen,

dass die Schikanen, die du erleidest,

indem du dich ihnen stellst und nicht vermeidest,

dich zu einem anderen werden lassen.

Dann hast du Geduld mit dem, der eilt.

Vom Schmerz der Hast wirst du geheilt.

Inneres Getriebensein wird zur Seltenheit

und deine Sehnsucht verwandelt sich in Gelassenheit.

Diese Gelegenheit führt bei dir nun zu neuer Entschiedenheit

und so steht am Ende des Wartens pure Dankbarkeit.

5/2018

1. durchs Leben laufen

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L a u f e n

Schritt für Schritt beginnst du, einen Fuß vor den anderen zu setzen.

Du wählst selbst die Geschwindigkeit und

läßt dich nicht mal von dir selbst hetzen.

Während deine Füße vorwärts ziehen,

können deine Gedanken in die Ferne fliehen.

Sie sind kurz in der Gegenwart, wenden sich dann meist ein Stück,

verweilen in der Vergangenheit und bringen dich zurück

zu schönen Augenblicken, die dein Leben kostbar machen,

die dich beflügeln oder neue Sehnsucht in dir entfachen.

Sie reisen dann weiter nach vorn und du tüftelst enorm,

was deine Ziele sind im Leben

und wonach es sich immer wieder lohnt zu streben.

Die Gedanken sind im Fluss und es ist für dich ein Genuss,

dass sich deine Füße vorwärts bewegen und

damit deine Gedankenwelt beleben.

Doch bleibst du mal stehen, ob abrupt oder geplant,

dann bist du wieder in der Gegenwart, denn du hast es geahnt,

dass die Wirklichkeit es schafft, dich einzuholen,

da helfen keine Ablenkungsmanöver und Kapriolen.

Du könntest einen Moment verweilen,

bewußt deine Umgebung betrachten

und versuchen, die Kleinigkeiten nicht zu verachten, denn sie sind es,

die deinen Tag mit Erinnerungen füllen und wertvoll machen.

Sie können Frohsinn, Dankbarkeit und neue Kraft bei dir entfachen.

Drum nimm sie wahr – diese Einzelheiten.

Auch wenn du umgeben bist von Widrigkeiten,

die deinen Blick trüben und die Unzufriedenheit wachsen lassen,

dich begleiten und zu dem Schluß bringen,

du könntest etwas wichtiges verpassen.

Es ist nötig, gerade diesen Mangel zu spüren,

denn nur er kann dich dahin führen,

wieder die Wärme der Sonne, zufriedenes Sattsein und

bekannte Gesichter zu genießen

und dich nicht vor diesen Gegensätzen zu verschließen,

denn dieses Spannungsfeld wird dafür sorgen,

dass das Leben dich immer wieder fasziniert – heute und auch morgen.

Dafür sorgen auch die vielen Kleinigkeiten,

um, nach dem kleinen Exkurs der Kontraste, wieder zu ihnen überzuleiten.

Denn die Sanftheit der kleinen Momente berührt dein Herz

und mal angenommen, es entsteht bei dir dadurch ein Schmerz,

dann ist es wichtig, sich dem zu stellen und diesen zu fühlen

und dich nicht durch schnelles Weitergehen abzukühlen.

Vielleicht tun dir die Natur,

ein vorbeihuschendes Lächeln oder Töne einfach gut

und geben dir Mut für die nächsten Schritte, darum meine Bitte:

geh mit offenen Sinnen weiter auf deiner Reise

und achte auf alles kleine, zarte und leise, um nicht achtlos vorbeizugehen

und Gottes liebevolle Handschrift nicht zu übersehen.

Denn diesen Eindrücken hast du es zu verdanken,

dass du empfindest, du konntest auftanken,

bevor du den nächsten Schritt gehst, in dich hineinlächelst,

nicht hetzt, sondern plötzlich verstehst und voll Freude feststellst:

du bist wieder im Jetzt,

dieser Augenblick ist gut, so wie er ist.

Ob du läufst oder stehst, ob du sitzt oder gehst,

ob du ein Träumer bist oder Realist,

es gibt gerade nichts, was du vermißt.

Und Schritt für Schritt geht es weiter auf dem Weg des Lernens.

6/2018

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